Technik im Abseits

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Mensch oder Technologie? Wer entscheidet zukünftig, ob der Ball im Tor war.Regelgremium der FIFA entscheidet sich gegen Torlinientechnologie

Das International Football Association Board (IFAB) hat drei Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika entschieden, die Einführung einer sensorgesteuerten Torlinientechnologie nicht weiter zu verfolgen. Das IFAB ist das internationale Gremium zur Entscheidung über Regelfragen und setzt sich aus Vertretern der FIFA und der britischen Fußballverbände zusammen. „Die menschliche Seite des Fussballs ist der Kern dieses Sports", hieß es in der Begründung der Entscheidung, die mehrheitlich, aber nicht einstimmig getroffen wurde.

„Irgendwann werden vielleicht andere Personen eine andere Entscheidung treffen", sagte Oliver Braun von Cairos Technologies hierzu gegenüber „RFID im Blick". Das Unternehmen hatte seine „Goal Line Technology (GLT)" bereits bei der Vereinsweltmeisterschaft 2007 in Japan erfolgreich getestet. Es handelt sich dabei um ein RFID-ähnliches System, bei dem der Ball einen sensorischen Chip enthält, der die Stärke des ihn umgebenden Magnetfeldes misst. Ein dünnes Kabel unter der Rasenoberfläche erzeugt ein solches Feld. Im System wird aus den Messwerten, die der Chip im Ball per Funk übermittelt, errechnet, ob er die Torlinie überschritten hat oder nicht. Der Schiedsrichter wird dann durch ein entsprechendes Signal auf seiner Armbanduhr informiert.

„Das System ist ausgereift und einsatzbereit", so Braun. „Aber wir warten nicht auf die FIFA, sondern schauen uns nun nach anderen Einsatzbereichen um." So seien insbesondere Sportarten im amerikanischen Raum interessant. Die Entscheidung des IFAB nachzuvollziehen, fällt Braun schwer: „Es soll schließlich überall nach den gleichen Regeln gespielt werden. Da ist es zweifelhaft, warum die Schiedsrichter nicht im Rahmen der modernen Möglichkeiten unterstützt werden."

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Foto: © Danny Hooks - Fotolia.com